Die Mauern um dich herum waren ursprünglich ganz klein. Ja, man konnte sie eigentlich noch gar keine Mauern nennen: es waren nur ein paar Stolpersteine. Doch je öfter du über sie ge­stol­pert bist, umso ängstlicher wurdest du. Du hast dich immer sel­tener getraut, einen Schritt zu tun. Gerade nach dem ersten Schritt bist du besonders oft auf die Schnauze gefallen. Und so kam es, daß du dich, vor lauter Angst, du könntest dir wehtun, fast gar nicht mehr bewegt hast.

Aber die Steine wuchsen mit dieser Angst, die der optimale Nähr­boden war für die langsam entstehenden Mauern. Anfangs hättest du noch darüber steigen können; aber dies wurde immer schwie­riger je größer die Mauern wurden. Auch war die Gefahr größer, wieder zu fallen und dich zu verletzen.

Diese Mauern wuchsen durch deine eigene Unfähigkeit, den ersten Schritt zu tun und durch deine Angst vor den Konsequenzen. Und je länger diese Unfähigkeit dauerte umso höher und dicker wur­den die Mauern. Sie wurden so hoch und so dick, daß du nach und nach in ihnen erstickt bist ...